Friedel: De Zerbi baut eine Tottenham-Mannschaft auf, die Spieler nicht ignorieren können

Friedel: De Zerbi baut eine Tottenham-Mannschaft auf, die Spieler nicht ignorieren können

Das Sommertransferfenster läuft auf Hochtouren, und Klubs in ganz Europa versuchen, ihre Wunschspieler zu verpflichten, während viele Stars noch mit ihren Nationalmannschaften in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada eingebunden sind. Diese Überschneidstärkung der Defensive und bei der Erfahrung zugegriffen und dabei Jan Paul van Hecke von Brighton, Andrew Robertson, Marcos Senesi, Martin Dubravka sowie – in einem Transfer, der als Teil eines größeren Pakets im Wert von rund 85 Millionen Pfund gemeldet wurde – Mateus Fernandes verpflichtet. Für einen Verein, der eine desaströse Saison erlebte und kurz vor dem Abstiegsplatz stand, sendet die Schnelligkeit dieser Geschäfte eine klare Botschaft: Dies ist kein Transferfenster für halbherzige Maßnahmen.

Brad Friedel, der sowohl den Fußball in den USA als auch Tottenham von innen kennt, gefällt, was er derzeit sieht. Seiner Meinung nach baut De Zerbi eine Mannschaft auf, die man nicht ignorieren kann – eine, die darauf ausgelegt ist, wieder in Richtung Europapokal-Qualifikation zu klettern, statt am Rand der Premier-League-Tabelle zu überleben.

„Mir gefällt, was ich derzeit bei Tottenham sehe“, sagte Friedel. „Es ist gut, frühzeitig Verstärkungen zu holen und mit Qualität neu aufzubauen. Defensiv hatten die Spurs Verletzungsprobleme, daher ist die Verpflichtung von Van Hecke von Brighton eine sehr gute Entscheidung von De Zerbi. Premier-League-Erfahrung – er kann bei Tottenham gut mitspielen.“

Friedel wies zudem auf die Qualität im Mittelfeld als nächste Ebene des Projekts hin. Tottenham wird mit Sandro Tonali in Verbindung gebracht, und der ehemalige Torwart ist der Überzeugung, dass ein solches Profil zur Richtung passen würde, die De Zerbi einschlagen will.

„Mir gefällt auch, dass Tottenham an Tonali interessiert ist; er ist ein Top-Mittelfeldspieler, der bei Tottenham gut abschneiden kann“, sagte Friedel. „Andy Robertson ist ein erfahrener Außenverteidiger, der Tottenham hervorragende Führung geben kann, sodass er sowohl auf dem Platz als auch außerhalb sehr wichtig sein kann. Bisher sieht das nach einem vielversprechenden Transferfenster für die Spurs aus, und es ist wichtig, dass sie weiter aufbauen und dann, ja, einen Kader formen, der für Europa qualifiziert ist.“

Warum Spurs auf dem Transfermarkt weiterhin überzeugen

Die schwierigere Frage ist, warum so viele Spieler nach einer Saison, die den Club angreifbar wirken ließ, dennoch Tottenham wählen würden. Friedels Antwort stützt sich auf die Marke des Clubs abseits des Platzes – das Ausmaß des Projekts, nicht nur die jüngsten Ergebnisse.

„Tottenham hat eines der besten Stadien Europas, London ist ein großartiger Standort, und die Einrichtungen auf dem Trainingsgelände sind hervorragend“, sagte er. „Abseits des Platzes sind sie ein Riesenclub, und obwohl sie in den letzten Saisons auf dem Rasen Probleme hatten, bieten sie dennoch einen hervorragenden Ort, um in der Premier League Fußball zu spielen.“

Die Berufung von De Zerbi fügt eine Trainergeschichte hinzu, die Friedel zufolge das Verkaufsargument verändert. Während die jüngsten Saisons reaktiv wirkten, wird der aktuelle Ansatz als zukunftsorientierter Ehrgeiz dargestellt.

„Mit De Zerbi an der Spitze wollen sie wirklich positiv aufbauen und nicht knapp über der Abstiegszone landen“, sagte Friedel. „Sie wissen, dass sie mit den Gehältern mithalten müssen, und ich glaube, es wird eine Veränderung geben, höhere Gehälter zu zahlen, um wettbewerbsfähig zu sein und mehr Spieler anzuziehen.“

Diese kommerzielle Logik spielt in einem Transferfenster eine Rolle, das von der Weltmeisterschaft auf amerikanischem Boden geprägt ist. Die Klubs konkurrieren nicht nur miteinander; sie konkurrieren auch um Aufmerksamkeit, während die größte Bühne des Sports in unmittelbarer Nähe stattfindet. Tottenhams frühe Aktivität wirkt wie der Versuch, in dieser Schlange vorne zu bleiben.

Rogers, Villa und der Emery-Effekt

Friedel ging auch auf die andere Seite des Marktes ein, wo Morgan Rogers und Aston Villa unter Unai Emery eine andere Art von Aufstiegsgeschichte erleben. Auf die Frage, warum Rogers einen Verein verlassen könnte, der sich unter dem spanischen Trainer stark weiterentwickelt hat, sprach Friedel offen über Villens Aufstieg und darüber, was das für Spieler bedeutet, die ihren nächsten Schritt abwägen.

Das Gespräch verdeutlichte, dass die mittleren und oberen Ränge der Premier League nicht mehr statisch sind. Emery hat Villa zu einem glaubwürdigen Ziel gemacht; De Zerbi versucht, Tottenhams Platz in genau diesem Gespräch wiederherzustellen. Für Friedel ist der rote Faden die Identität – ob ein Klub wie eine Plattform für die nächste Karrierestufe wirkt oder wie ein Umweg nach einem schwierigen Jahr.

Tottenhams Antwort ist vorerst eine ganze Reihe von Neuverpflichtungen, ein Trainer mit einem klaren Spielstil und eine Klubinfrastruktur, die bei Präsentationen von Spielerberatern noch immer gut ankommt. Der Neuaufbau ist noch nicht abgeschlossen, und die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb bleibt ein Ziel und keine Garantie. Doch in einem Transfermarkt, der parallel zu einem WM-Sommer läuft, agiert Tottenham wie ein Verein, der wieder ernst genommen werden will.

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