Kanada besiegte Usbekistan in Edmonton im Regen mit zwei Toren nach der Pause mit 2:0 und absolvierte damit das erste WM-Vorbereitungsspiel vor dem Turnier. Für Usbekistan, das erstmals in der Endrunde dabei ist, legte diese Niederlage die Probleme in der Torchancenverwertung offen; für Gastgeber Kanada, nur zehn Tage vor dem Turnierstart, war es die Gelegenheit, Rotation, Torhüter und die Startelf einmal „unter realen Bedingungen“ auf die Probe zu stellen.
Erste Halbzeit: Schomurodow vergibt Chancen in Serie, Crepeau hält die Null
Der durchnässte Rasen machte Pässe und Ballgewinnung riskanter. Usbekistans Rekordtorschütze Eldor Schomurodow nutzte früh eine Chance: Nach einem Fehler von Moise Bombito beim Abfangen lobte er über Crepeau, doch der Ball ging am Pfosten vorbei. Noch vor der Halbstunde setzte Schomurodow erneut per Alleingang nach – Crepeau parierte unten links; kurz vor der Pause forderte er noch einmal, und Crepeau rettete erneut, wobei der Linienrichter anschließend Abseits zeigte – doch diese Parade zählte für Jesse Marsch bei der WM, ob er Crepeau oder Dayne St. Clair als Stammtorwart einsetzt.
Hinter dem 0:0 zur Pause stand, dass Usbekistan die „einbaren“ Tore vor der Kabinentür liegen ließ. Kanada steht in der aktuellen FIFA-Weltrangliste auf Platz 30 (minus 1), mit 1556,48 Punkten; Usbekistan auf Platz 50 (plus 2), mit 1465,34 Punkten – auf dem Papier kein großer Abstand, doch die Lücke beim Abschluss entschied das Halbzeitergebnis.
Nach dem Seitenwechsel: Marschs Wechsel ziehen, Osorio setzt ein Startelf-Signal
Der bis zur WM-Periode 2030 frisch verlängerte Marsch wechselte im Mittelfeld gleich mehrere Spieler aus. Zehn Tage vor Kanadas Auftakt gegen Bosnien lieferte Jonathan Osorio in weniger als 15 Minuten die Antwort: Er nahm den Ball rechts im Strafraum an, nutzte den rutschigen Boden für einen flachen Schuss ins Nahe-Tor – das Leder rollte aus den Fingerspitzen von Abduvohid Nematov ins Netz. Auch die Flashscore-Wertung als Spieler des Spiels ging an ihn – kein Sahnehäubchen, sondern eine klare Antwort auf die Frage, ob er im Eröffnungsspiel in der Startelf stehen kann.
Der Stürmer von Union Saint-Gilloise, Promise David, schien die Führung anschließend mit einem Kraftschuss auszubauen, doch die Jubelrunde wurde durch Abseits abgewürgt. In der Nachspielzeit vollendete der 23-jährige Jayden Nelson nach einer Vorarbeit von Tani Oluwaseyi kühl über Nematov und fixierte das 2:0. In der zweiten Halbzeit wirkte Kanada direkter und umschaltete schneller; Usbekistan fehlte unter Fabio Cannavaro weiter die letzte Passung, und die in diesem Testspiel sichtbaren Schwächen werden in den sozialen Netzwerken und in den TV-Analysen noch stärker diskutiert werden.
Spielplan und im Fokus
Nach dem Sieg trifft Kanada im letzten Vorbereitungsspiel auf Irland; Usbekistan hingegen tritt gegen die Niederlande an – die Hürde steigt deutlich –, ehe das WM-Debüt folgt. Für Kanada sind der Torhüter-Wettstreit, Osorios Form und Nelsons Qualitäten als Joker von der Bank die drei Themen, die in den kommenden zehn Tagen bei Trainingseinheiten und Pressekonferenzen am häufigsten gestellt werden; für Usbekistan wird maßgeblich davon abhängen, wie sie Shomurodovs Chancen bei Regen und unter hohem Druck in Tore verwandeln – das beeinflusst unmittelbar Cannavaros Startelf-Überlegungen.
Aus taktischer Sicht nutzte Kanada in der zweiten Halbzeit Tempo über die Flügel und Schüsse in den kurzen Winkel, um die Reaktionszeit der Torhüter auf dem rutschigen Rasen zu bestrafen; Usbekistan hatte durchaus Chancen, verschleuderte aber alle drei besten Torchancen der ersten Halbzeit. Betrachtet man dieses Spiel als „Stresstest“ vor der WM, erhielt Kanada die erhofften Antworten; Usbekistan muss die Chancenverwertung vor dem Duell mit den Niederlanden wiederfinden, sonst wird die mediale Kritik vor der Gruppenphase nur noch schärfer.