Brighton-CEO und Vizepräsident Paul Barber verriet, dass Trainer Roberto De Zerbi schon vor seiner Zeit als Tottenham-Coach enge Verbindungen zum Nordlondoner Klub hatte; inzwischen führt der Italiener die Spurs im Schlussspurt der Premier League im Kampf um den Klassenerhalt – und die Trendwende ist eingetreten.
Von den Möwen zu den Spurs: Die Vorzeichen
Barber holte De Zerbi 2022 nach Brighton, die Zusammenarbeit dauerte mehr als anderthalb Jahre; zuvor war er auch General Manager bei Tottenham tätig. Barber sagte in einem Podcast, dass die beiden während ihrer gemeinsamen Zeit in Brighton bereits über Tottenham sprachen – De Zerbi hatte den Klub in seiner Entwicklungsphase als Maßstab genommen, schätzte das offensive Profil, die Tradition des „Glory Game“ sowie die fußballphilosophische Linie Bill Nicholsons. Barber ist überzeugt, dass De Zerbi Tottenhams Dimension, die Erwartungen der Fans und das spielerische Etikett kennt; das Saisonziel geht über den bloßen Klassenerhalt hinaus und soll zum langfristigen Image des Klubs passen.
Klassenerhalt-Lage und jüngste Ergebnisse
Nach De Zerbis Antritt verlor Tottenham das Auftaktspiel auswärts bei Sunderland, holte danach drei Spiele ohne Niederlage und gewann die letzten beiden Partien – die Spurs haben vorübergehend den Abstiegsplätzen den Rücken gekehrt. Drei Ligaspiele stehen noch aus; besiegt das Team Leeds am Montagabend zu Hause, wächst der Abstand auf den 18. West Ham auf vier Punkte – für Tottenham, das in dieser Premier-League-Saison zu Hause nur zwei Siege feierte, könnte es zugleich der dritte Heimsieg in der Liga sein. Eine Verletzungswelle schwächt weiterhin die Kreativität in der Offensive, doch das Vertrauen in der Kabine kehrt zurück; mehrere Spieler lobten De Zerbi öffentlich dafür, wie er den Glauben wiederherstellt.
Laut Plattformdaten verlor Tottenham am 37. Spieltag mit 1:2 und gewann in Runde 38 zu Hause mit 1:0; West Ham siegte im selben Zeitraum am letzten Spieltag mit 3:0, Brighton unterlag dagegen mit 0:3. Der Kampf um den Klassenerhalt bleibt eng – bei jedem Punkt, den De Zerbi holt, zählen Tordifferenz und Ergebnisse der Konkurrenten mit.
Barber: Er passt von Natur aus nach Nordlondon
Barber beschrieb De Zerbi als „herausragenden Trainer, guten Menschen mit starkem Charakter“ und prognostizierte, die Fans würden seine Art an der Seitenlinie schätzen. Ironischerweise war bei De Zerbis bislang einziger Premier-League-Heimauftritt im Tottenham Hotspur Stadium der Gegner sein Ex-Klub Brighton; die Stimmung auf den Rängen jener Nacht bewies, dass Nordlondon diesem 46-jährigen Coach Zeit geben will.
Taktisch passt De Zerbis System mit Ballbesitz und Pressing gut zur historischen Spielphilosophie von Tottenham; das Problem ist, dass der Rückstand zur Saisonmitte zu groß ist und im restlichen Programm kein Spielraum für Fehler bleibt. Das Montagsspiel gegen Leeds hat den Charakter eines Sechs-Punkte-Spiels – auch Leeds kämpft ums Überleben, und verliert Tottenham erneut zu Hause, könnten Ergebnisse von West Ham, Brighton und anderen die Tabelle im Handumdrehen verändern.
Die nächsten drei Partien werden entscheiden, ob De Zerbi seine „Kindheitsverbundenheit mit Tottenham“ in ein erfolgreiches Überlebensdrama im Abstiegskampf umschreiben kann; Barbers damalige Einschätzung steht in der härtesten Premier-League-Saison auf dem Prüfstand.