Keane teilt vor der WM heftig gegen Queiroz aus: Führungsqualität wirft große Fragen auf

Keane teilt vor der WM heftig gegen Queiroz aus: Führungsqualität wirft große Fragen auf

With the World Cup kickoff drawing ever closer, Carlos Queiroz has been thrust into the spotlight by his former colleague Roy Keane before he has even taken charge of a competitive match. Keane did not mince words: the Ghana head coach has “the personality of a dead fish,” and his management credentials are “a huge question mark”—ahead of the Black Stars’ second group-stage fixture on June 23, this incendiary assessment has already set Group L ablaze in England.

Von Old Trafford zu den Black Stars: Ruhm und Zweifel zugleich

Keane’s criticism did not come out of nowhere. The two worked together at Manchester United: Queiroz first joined Sir Alex Ferguson’s coaching staff in the 2002–03 season and returned from 2004 to 2008, helping the club win three Premier League titles and one Champions League trophy. After stints in Portugal, Iran, Colombia, Egypt, Qatar, Oman and elsewhere, he was appointed Ghana head coach in April with the World Cup firmly in his sights.

Keane räumt ein, dass Queirós ein „brillanter Trainer“ ist – die defensive Organisation bleibt seine Paradedisziplin. Zugleich macht er sich jedoch Sorgen, dass die Black Stars unter Queirós „zu defensiv“ werden könnten. Ein Trainer, der in der Kabine die Fußballleidenschaft von 43,3 Millionen Menschen vereinen muss, hat es schwer mit seiner Führungsqualität, wenn ihn ein langjähriger Schlüsselspieler als „totenfischartige Persönlichkeit“ beschreibt. Laut der Datenbank dieser Website steht Ghana auf Platz 74 der FIFA-Weltrangliste, zwei Positionen schlechter als zuvor; England bleibt stabil unter den Top Vier. Der Rangabstand ist kein Garant für das Ergebnis auf dem Platz, doch Mentalität und taktische Ausrichtung entscheiden oft darüber, ob eine Außenseitermannschaft die „Remis-Kontinuität“ eines 0:0 in Weltmeisterschafts-Wettbewerbsfähigkeit umwandeln kann.

23. Juni gegen England: Semenyo wird zum X-Faktor

Das Gruppenspiel zwischen Ghana und England ist für den 23. Juni (Dienstag) angesetzt. Was England besonders im Blick behalten muss, ist Anthony Semenyo von Manchester City – die Geschwindigkeit und Wucht dieses ghanaischen Angreifers sind einer der wenigen Ausreißer der Black Stars, mit denen sie vor starken Gegnern Gefahr erzeugen können.

Queirós selbst ist der ghanaischen Fußballkultur gegenüber voller Enthusiasmus. „In Ghana fließt Fußball im Blut, das ist alles“, sagte er zuvor – die Kombination aus Leidenschaft und Talent war der Hauptgrund für seine Übernahme der Black Stars. Doch Leidenschaft braucht einen taktischen Ausweg. Ghana lieferte in den jüngsten Qualifikationsspielen drei 0:0 in Folge: Gegen Somalia, die Elfenbeinküste und Gambia blieben die Tore leer – die Offensiv-„Flaute“ steht in einem subtilen Einklang mit Keanes Sorge vor „übermäßiger Defensive“. Sollte sich dieses Tempo bei der WM fortsetzen, wird Semenyos individuelle Klasse vom kollektiven Rahmen überschattet.

Partey nominiert: Trainer meidet „moralisches Gericht“

Die Kontroversen abseits des Platzes waren ebenso aufsehenerregend. Queiroz berief Thomas Partey, der derzeit für Villarreal in der La Liga spielt, in den WM-Kader – und löste damit einen medialen Sturm aus. Der ehemalige Arsenal-Mittelfeldspieler ist wegen mehrerer Vergewaltigungs- und sexueller Übergriffsvorwürfe aus den Jahren 2020 bis 2022 angeklagt, bestreitet die Vorwürfe vehement, und das Verfahren soll voraussichtlich erst im kommenden Jahr vor Gericht verhandelt werden.

Auf die Frage, ob man ihn einsetzen dürfe, wollte Queiroz nicht die Rolle des „Richters“ übernehmen: „Solange der Spieler hier ist, ist die Antwort klar. Ich kommentiere meine Entscheidung nicht, und weder du noch ich sollten urteilen. Das Verfahren soll seinen normalen Gang nehmen – irgendwann wird sich alles klären.“ Mit dieser Haltung an einem Zeitpunkt, an dem das rechtliche Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, verlagert er den Druck auf den Verband und die Justiz, legt zugleich aber das Risiko in der Kabine der Black Stars vollständig ins WM-Rampenlicht.

Trendanalyse: Mannschaftsführung ist Queiroz’ ultimative Prüfung

Werfen wir beide Stränge zusammen, zeigt sich in Queiroz’ Amtszeit in Ghana ein klares Widerspruchsverhältnis: Taktisch ist das defensive Fundament solide und entspricht dem afrikanischen Leitmotiv „erst Fuß fassen, dann gewinnen“; in der Führung deuten Keanes „Toter-Fisch“-Kommentar und die Partey-Affäre auf Schwächen in Kommunikation, Personalentscheidungen und Krisen-PR hin. Für die Black Stars, die in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 74 stehen und zuletzt mehrere Unentschieden hintereinander hinnehmen mussten, ist die WM keine Bühne, um zu beweisen, „dass man defensiv ordentlich steht“, sondern ein Prüfstand dafür, „ob man Inhalte auf den Platz bringt und Druck aushält“.

Das Duell mit England am 23. Juni wird der erste harte Maßstab. England steht auf Rang vier und verfügt über mehr Tiefe im Kader – doch wenn Queiroz die Black Stars zu rein defensiven Mannschaft macht, wird Semenyo weniger Raum für Konter haben, und Parteys Schatten abseits des Platzes könnte nach einer Niederlage noch größer werden. Kehrt man das um und zeigt man gegen einen Top-Gegner Aggressivität, bleibt Keanes Kritik vielleicht nur Vorab-Rauschen – und Queiroz kann sich mit der Leistung auf dem Platz selbst rechtfertigen.

Für uns ist das Fazit eindeutig: Queirozs Trainerlizenz braucht keine Empfehlung von Keane, doch der Posten als WM-Trainer war schon immer mehr als nur das Taktikbrett. Ob die Black Stars aus Gruppe L weiterkommen, hängt davon ab, ob Queiroz sich wirklich vom „brillianten Trainer“ zum „Mann, der ein Team führen kann“ entwickeln kann – dieser Schritt ist schwerer und wichtiger als jede Zahl in den Rankings.

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