Messi gelang ein Hattrick, als Argentinien Algerien in Kansas City mit 3:0 besiegte und damit das Eröffnungsspiel der Gruppe J bei der WM 2026 eröffnete. Für die Albiceleste war es der Auftakt auf dem Weg zur Titelverteidigung und zugleich Messis 200. Einsatz in der Nationalmannschaft – mit drei Toren zog er in der persönlichen WM-Torerfolgsliste auf den geteilten Spitzenplatz aller Zeiten auf.
Eröffnungsduell: Abseitsalarme und körperliche Belastung
Das Tempo in der ersten Halbzeit war sehr hoch. Messi und der algerische Stürmer Farès Chaibi trafen nacheinander, beide Treffer wurden jedoch wegen Abseits aberkannt. Für Argentinien war dieser Auftakt nicht überraschend: Scaloni setzte auf ein 4-4-2 und betonte schnelle vertikale Vorstöße nach dem Rückzug über die Flügel; Algerien drängte mit 4-3-3 nach vorn und versuchte per hohem Pressing, die Verbindung zwischen Messi und Mac Allister zu unterbrechen.
Aus Sicht des Belastungsmanagements beschleunigte der 38-jährige Messi nicht blindlings. Er nahm den Ball häufiger im 30-Yard-Raum entgegen, beobachtete die Gewichtsverlagerung der Verteidiger und setzte mit zwei oder drei Tempowechseln zum Durchbrechen an – genau das im Training immer wieder verfeinerte Modell „geringer Energieaufwand, hoher Output“. Die Statistik: Argentinien mit 10 Schüssen und 6 aufs Tor, 48 % Ballbesitz; Algerien 7 Schüsse, keiner aufs Tor, 52 % Ballbesitz. Trotz besserem Ballbesitz blieb Algerien ohne Gefahr – die Wüstenfüchse konnten ihre Passkette nicht durch die argentinische Mittelfeld-Barriere treiben.
Drei Tore: Effizienz, Reaktionsschnelligkeit und seine typische Bogenlinie
Die Pattsituation durchbrach Messi persönlich. Er nahm den Ball aus etwa 30 Metern Entfernung zum Tor an, dribbelte sich an seinem Markierungsspieler vorbei, zog nach innen und schoss mit einem Bogenball über die Fingerspitzen von Torhüter Luca Zidane ins lange Eck. Das zweite Tor hatte stärkeren Teamcharakter: Mac Allister feuerte aus der Nähe des Strafraums einen satten Schuss ab, Zidane parierte unglücklich, und Messi reagierte am schnellsten und drückte den Ball mit dem rechten Fuß über die Linie. Das dritte Tor war wieder typisch Messi – am Rand des Strafraums den Ball annehmen, mit einer Täuschungsbewegung den Winkel freispielen und mit dem linken Fuß ins lange Eck einschießen – der Hattrick war perfekt.
Die drei Treffer standen für drei verschiedene Abschlussqualitäten: individuelles Durchbrechen, Torinstinkt und Präzision aus der Distanz. Für die algerische Abwehr lag das Problem nicht darin, „Messi überhaupt in den Griff zu bekommen“, sondern darin, dass „jede kleine Lücke sofort bestraft wurde“. Torhüter Zidane ließ zudem zweimal den Ball nach Paraden abprallen und vergrößerte damit die Risse in der Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Keeper.
Mandi nach dem Spiel ehrlich: Der Unterschied lag in der Chancenverwertung
Algeriens Verteidiger Aïssa Mandi wich nach dem Spiel den Gründen für die Niederlage nicht aus. Er sagte, Argentinien habe einen „kaltschnäuzigen“ Torschützen, der fast jede Gelegenheit in ein Tor verwandle; das Team habe alles getan, Messi einzudämmen, doch „für uns ist er immer noch zu stark“. Mandis Worte spiegeln die wahre Kluft im Auftaktspiel der Gruppe J wider – Algerien hatte durchaus Chancen, Angriffe aufzubauen, fehlte aber der letzte Schliff, um Ballbesitz in Tore zu verwandeln.
Turnierformat im Blick: Tabellenstand, Punkte und die Ausgangslage
Nach diesem Spiel holte Argentinien drei Punkte und legte damit den Ton für den Gruppenaufstieg fest. Laut den Daten der Plattform steht Argentinien derzeit auf Platz 3 der FIFA-Weltrangliste mit 1874,81 Punkten, Algerien auf Rang 28 mit 1564,26 Punkten. Auf dem Papier liegt ein deutlicher Qualitätsunterschied, doch in der WM-Gruppenphase sind Überraschungen keine Seltenheit – Algerien muss sich schnell von dieser 0:3-Niederlage erholen und wieder in Form kommen, damit eine Niederlagenserie die Aufstiegsaussichten nicht zunichtemacht.
Algerien steht vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Jordanien. Für die nordafrikanische Mannschaft ist es der fünfte WM-Auftritt; bei der WM 2014 in Brasilien gelang der historische Einzug ins Achtelfinale, wo man sich in der Verlängerung mit 1:2 dem späteren Weltmeister Deutschland geschlagen geben musste. Der 4:2-Sieg über Südkorea in jenem Turnier wird von den Fans noch heute gern zitiert. Gegen eine jüngere Gegnerschaft muss Algerien die Kontereffizienz von 2014 wiederfinden, sonst verschlechtert sich die Lage in Gruppe J schnell.
Scalonis Rotationspläne und die kommenden Blickpunkte
Nach dem Spiel sagte Trainer Scaloni über Messi, er finde „keine passenden Worte“ – seit 20 Jahren sind die Argentinier solche Auftritte gewohnt. Gleichzeitig verriet er, dass das Team „Spiel für Spiel“ vorgehe; in dieser Partie bekamen mehrere Spieler Einsatzzeit, mit dem Ziel, den Kader bis zum dritten Spiel fit zu halten.
Für Argentinien geht die Bedeutung des Auftaktsiegs weit über die Punkte hinaus: Messi glich mit einem Hattrick den historischen WM-Torschützenrekord aus und signalisierte der Welt, dass die Kernwaffe des Titelverteidigers weiterhin scharf ist. In der nächsten Runde wird die Albiceleste ihre Bankstärke und ihr Rotationssystem auf die Probe stellen – bei einer WM mit 48 Teams und noch dichterem Programm dürfte das mehr über das Verteidigungspotenzial entscheiden als ein einzelner Kantersieg.
Bei Algerien müssen vor dem Zweitspiel gegen Jordanien vor allem die Standardverteidigung und die Abstimmung mit dem Torhüter analysiert werden; Argentinien seinerseits muss dem alten Problem des Nachlassens nach großen Siegen entgegenwirken. Der weitere Verlauf in Gruppe J hängt davon ab, ob die Wüstenfüchse ihre 52 Prozent Ballbesitz in echte Torchancen ummünzen können – und ob Messi seine beängstigende Effizienz fortsetzen kann, bei der „jede Ballberührung das Ergebnis ändern kann“.