Lamouchi setzt Tunesiens WM-K.-o.-Ziel

Lamouchi setzt Tunesiens WM-K.-o.-Ziel

Der tunesische Nationaltrainer Sabri Lamouchi hat in einem FIFA-Interview das zentrale Ziel für Tunesien (die Adler Karthagos) bei der WM 2026 definiert: zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die K.-o.-Runde zu erreichen. Gleichzeitig sagte er offen, dass ein Titel keine realistische Option sei; die Mannschaft müsse mit vollem Einsatz kämpfen, so spät wie möglich ausscheiden und nach dem Turnier ohne Reue dastehen.

Sieben Teilnahmen, K.-o.-Runde weiterhin leer

Die Adler Karthagos haben sich siebenmal für die WM-Endrunde qualifiziert (1978, 1998, 2002, 2006, 2018, 2022 und 2026), sind aber nie aus der Gruppenphase herausgekommen. In Afrika gibt es bereits Vorbilder: Kamerun erreichte das Viertelfinale, Marokko das Halbfinale – Tunesien wartet noch auf sein WM-Debüt in der K.-o.-Runde.

1978 wurden sie die erste afrikanische und die erste arabische Mannschaft, die bei einer WM gewann: 3:1 gegen Mexiko und 0:0 gegen den amtierenden Weltmeister BR Deutschland. 2018 in Russland besiegten sie Panama mit 2:1 und feierten damit den zweiten WM-Sieg der Vereinsgeschichte. 2022 in Katar schlugen sie Frankreich überraschend mit 1:0, schafften dennoch nicht den Gruppensieg – Lamouchi nutzt das als Mahnung fürs Team: Eine WM ist nie leicht.

Gruppe F: Ranking-Abstand und die Logik des Aufstiegs

2026 wurde Tunesien der Gruppe F zugeteilt; in der Gruppe treffen die Mannschaft auf die Niederlande, Japan und Schweden. Laut der aktuellen FIFA-Weltrangliste auf der Plattform führt Frankreich die Liste an (Platz 1), die Niederlande stehen auf Rang 7, Japan auf 18, Schweden auf 38 und Tunesien auf 44 – unter den vier Teams ist Tunesien auf dem Papier am schwächsten, doch die Rangliste bildet nur den Normalzustand ab; eine Überraschung in der Gruppenphase kann die gesamte Lage umdrehen.

Auf die Frage nach der Möglichkeit, erstmals ins Achtelfinale einzuziehen, antwortete Lamouchi: „Das ist das Ziel jedes Einzelnen, aber zwischen einem Ziel und der gründlichen Vorbereitung, um es zu erreichen, liegen noch Etappen – und noch Gegner.“ Er forderte die Spieler auf, nicht davon auszugehen, jedes Spiel gewinnen zu können, von Anpfiff an aber selbstlos alles für die Mannschaft zu geben – „sich selbst noch etwas mehr Chancen geben“. Er ist überzeugt, dass ein oder zwei gute Ergebnisse das Selbstvertrauen der jungen Spieler insgesamt stärken würden – „Sie sind nicht weit davon entfernt, eine Stufe höher zu kommen; wir müssen ihnen dabei helfen, diesen Schritt zu schaffen.“

Pragmatische Ziele: Kein Titel, aber bis zum Schluss mitkämpfen

Auf die Frage nach dem Titelgewinn machte Lamouchi keinen Versuch, die Dinge schöner darzustellen: „Wenn wir uns weder selbst belügen noch scheinheilig bescheiden tun, haben wir keine Chance, dieses Turnier zu gewinnen.“ Die Strategie ist daher klar: mit Entschlossenheit und Überzeugung antreten, die Leistung mit Intensität untermauern und „so spät wie möglich“ ausscheiden – und dabei ohne Bedauern sowie stolz auf das gezeigte Niveau. „Dieser Stolz rührt vom harten Training, der konsequenten Umsetzung des Plans und davon her, wie die Spieler alles aufgenommen und umgesetzt haben.“

Aus Sicht des Spielplans wurden für die WM 2026 auf der Plattform bereits mehrere Partien der ersten Runde erfasst (etwa einzelne Begegnungen zwischen dem 12. und 20. Juli, derzeit allesamt 0:0, Status: noch nicht gespielt); der genaue Termin für Tunesiens Auftaktspiel muss noch bestätigt werden, sobald der offizielle Spielplan aktualisiert ist. Für die Fans werden die drei Gruppenspiele in Gruppe F die erste Hürde sein, an der Lamouchis Ansatz „erst Punkte holen, dann vom Selbstvertrauen sprechen“ auf den Prüfstand kommt.

Redaktionsperspektive: Historischer Glanz und aktuelle Aufgabe

Der Vorteil Tunesiens liegt nicht im Ranking, sondern in der Rolle als „Wegbereiter“ in der WM-Geschichte – der Durchbruch von 1978 wird bis heute immer wieder hochgezählt, was zugleich Selbstvertrauen und Druck bedeutet. In Gruppe F fehlt zwar Frankreich, doch treffen mit den Niederlanden als europäischer Traditionsmacht, Japan als asiatischer Spitzenvertreter und Schweden mit seiner markanten Zweikampfstärke schwierige Gegner aufeinander; für Tunesien auf Rang 44 bleibt der realistische Weg ins Achtelfinale, mindestens ein hochwertiges Unentschieden oder einen Außenseitersieg anzustreben und anschließend die Tordifferenz anhand der Gruppenergebnisse zu kalkulieren.

Lamouchis Führungslogik ist bewusst zurückhaltend: Ein Titel wird ausgeschlossen, das Ziel „erstes Weiterkommen in der K.-o.-Runde“ dagegen in Etappenziele und mentale Arbeit zerlegt. Gelingt es 2026, die Härte des Sieges gegen Frankreich 2022 zu reproduzieren und gleichzeitig einen Punktverlust vor dem letzten Gruppenspiel zu vermeiden, haben die Adler Karthagos die Chance, die seit 47 Jahren unbeantwortete Achtelfinal-Frage wirklich erst auf dem Platz nach dem Juni zu klären.

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