Laut Berichten von Enrico Camellio will Trainer Roberto De Zerbi Tottenham Hotspur im Falle eines erfolgreichen Klassenerhalts in dieser Saison „um jeden Preis“ Torwart Mile Svilar und offensiven Mittelfeldspieler Lorenzo Pellegrini vom italienischen Topklub AS Rom verpflichten. Diese Transferlinie verknüpft den Abstiegskampf in Nordlondon unmittelbar mit dem Puzzle des Sommer-Transferfensters auf der Apenninen-Halbinsel.
Der Klassenerhalt bleibt der Schalter für Transfers
De Zerbi hatte bei seinem Start bei den Spurs keinen langweiligen Auftakt: In den ersten vier Partien unter seiner Leitung holte das Team zwei Siege und ein Unentschieden, stieg in der Tabelle über West Ham United auf und verließ vorübergehend die Abstiegszone der Premier League. Der Klub bot ihm einen Fünfjahresvertrag an – das Signal war eindeutig: Bleibt man in dieser Saison in der höchsten Spielklasse, ist die Führung bereit, ihm die Gestaltung des Kaders für die kommende Saison anzuvertrauen. Andernfalls ist das Szenario der „vollen Jagd auf die beiden Roma-Stars“ kaum umsetzbar – Budget, Anziehungskraft und europäische Wettbewerbsplätze schrumpfen gleichermaßen.
Für die Fans auf den Rängen wirkt das eher wie ein gemeinschaftlicher Konsens „erst überleben, dann nachlegen“: Jeder Punkt in der kurzen Frist sammelt Verhandlungschips für das Sommer-Transferfenster, langfristig geht es darum, ob der Verein den strukturellen Ausbau zwischen Tor und Mittelfeld nach De Zerbis Vorstellungen vollziehen kann.
Warum die beiden Roma-Stars auf der Liste stehen
Tottenham wird in den vergangenen Jahren immer wieder gesagt, dass die Torhüterposition aufgewertet werden müsse. Sollte der derzeitige Stammtorhüter Guglielmo Vicario – so mehrere Berichte – näher an einem Wechsel zu Inter Mailand sein, müsste Nordlondon einerseits die Lücke im Tor schließen, könnte andererseits aber auch einen Serie-A-Konkurrenten im Kampf um Svilar weniger haben – die Kettenreaktion ist beachtenswerter als ein einzelner Transfer.
Datenseitig kommt Svilar in dieser Saison in der Serie A auf 16 Zu-Null-Spiele – nur hinter Jean Butez und damit auf Rang zwei der Liga; seine Fangquote liegt bei 78,3 Prozent, Platz drei in der Liga. Für Tottenham, das dringend Stabilität in der letzten Abwehrlinie braucht, reicht ein solches Sample aus, um zu zeigen, dass „Upgrade“ kein leeres Versprechen ist. Pellegrini hat in dieser Saison in allen Wettbewerben sieben Tore und vier Vorlagen geliefert, agiert vor allem als offensiver Mittelfeldspieler und kann in De Zerbis eher offensiv ausgerichtetem Organisationsspiel verbinden und aus der Distanz gefährlich werden – zwei parallele Linien also: Verstärkung im Tor und Verstärkung weiter vorn.
Realistisch betrachtet ist Svilar kein Unbekannter. Im Januar, als Thomas Frank noch Trainer war, galt Tottenham bereits als interessiert; nach zwei Trainerwechseln hält das Interesse des Klubs an. Damals hieß es, die Ablöse liege bei rund 60 Millionen Pfund – und das werde „englische Klubs nicht abschrecken“; auch Manchester United, Chelsea, Inter, AC Mailand und andere tauchten als potenzielle Käufer auf. Sollte De Zerbi wirklich „alles riskieren“, müsste Tottenham in einem mehrstufigen Bieterkampf mehr Überzeugung zeigen als die damals im Januar vorsichtigen Sondierungen.
Sommertransferfenster: Lage und Ausblick
Aus Sicht von Spielsystem und Tabellenlage bleibt Tottenhams dringendste Aufgabe, den Klassenerhalt zu festigen. De Zerbi selbst hat mehrfach betont, dass das Verlassen des Abstiegsgebiets kein Endpunkt ist – das Team müsse die „schmerzhaften Erinnerungen“ in anhaltenden Punktejagd-Druck verwandeln. Nur bei erfolgreichem Klassenerhalt wird das oben skizzierte Roma-Doppelprojekt überhaupt umsetzbar; sonst bleiben Diskussionen über Svilar und Pellegrini eher theoretische Planungen.
Fachliche Einschätzung: De Zerbi setzt auf ehemalige Roma-Spieler aus seiner Trainerzeit – taktisches Verständnis und Vertrauen sind am günstigsten, finanzielle und konkurrenzielle Hürden jedoch am höchsten. Svilar löst das Stabilitätsproblem, Pellegrini stärkt die Kreativität; beide Profile ergänzen sich ohne Überschneidung. Die eigentliche Schwierigkeit liegt in der Überhitzung des Torhütermarkts und dem Wettbieten mehrerer Klubs. Würde Vicario zu Inter wechseln, könnte das Tottenham objektiv einen Serie-A-Rivalen vom Hals halten, ändert aber nichts an der Ablösesumme für den Spieler selbst.
Fans sollten nun drei Entwicklungsstränge verfolgen: Ob Tottenham in den verbleibenden Ligaspieltagen weiterhin aus dem Abstiegskampf herausbleibt; ob sich Vicarios Wechsel bestätigt; sowie Einsatz- und Vertragslage von Svilar und Pellegrini in Rom. Zeigen alle drei Linien gleichzeitig nach oben, könnte Nordlondon im Sommertransferfenster die erste Welle „vertrauter Gesichter“ in der De-Zerbi-Ära erleben; scheitert der Klassenerhalt, kehrt alles auf die Priorität des puren Überlebens zurück.