Monaco hat am Montag in einer offiziellen Mitteilung bestätigt, dass die Zusammenarbeit mit Trainer Pocognoli nach Saisonende 2025/26 beendet wird. Der ehemalige belgische Nationalspieler übernahm die Mannschaft im Oktober des vergangenen Jahres von Union Saint-Gilloise und folgte auf den ausgeschiedenen Adi Hütter. Monaco qualifizierte sich jedoch nicht für die Champions League in der kommenden Saison – der Klub nutzte diesen Zeitpunkt für den Trainerwechsel.
Siebter Platz zum Saisonabschluss: Zehn Spiele ohne Niederlage kaschieren den Absturz in der Tabelle nicht
Als Pocognoli übernahm, lag Monaco in der Ligue 1 auf Platz fünf, feierte zeitweise zehn Spiele ohne Niederlage, hielt die Top-4-Jagd in der Schlussphase jedoch nicht und landete am Ende auf Rang sieben. In der Klubmitteilung dankte der Verein ihm und seinem Trainerteam für den „vollen Einsatz für Monaco“ und wünschte für die Zukunft alles Gute – zurückhaltend formuliert, doch das Ergebnis spricht für sich: Ohne Champions-League-Qualifikation blieb der Trainer nicht.
Aus der Punktekurve zeigt sich: Monaco fehlte nicht an Phasenstärke, sondern an den entscheidenden Momenten. Nach dem 2:1-Auswärtssieg am 32. Spieltag lag die Initiative für einen Vorstoß in die vorderen Ränge noch in eigener Hand; in den folgenden beiden Ligaspielen folgten schwere Rückschläge – 0:1 zu Hause am 33. Spieltag, 4:5 auswärts am 34. Spieltag. Die späten Punktverluste begruben die Top-4-Chancen. Dieses Muster – „bis zur Zielgeraden stabil, im entscheidenden Moment harmlos“ – hängt eng mit der Belastung durch den Doppelspielbetrieb zum Saisonende zusammen.
Aus in den Champions-League-Play-offs: Spieldichte als heimlicher Bremsklotz
Auf europäischer Ebene führte Pochettini die Mannschaft in die Play-offs der Champions League, wurde in dieser Runde jedoch vom späteren Titelgewinner Paris Saint-Germain ausgeschieden. Interne Spielplandaten belegen, dass das Team Anfang Mai noch in Europapokal-Einsätzen steckte – das Rückspiel der Play-offs endete am 7. Mai 1:1 unentschieden, am 31. Mai kam es in derselben Phase erneut zum 1:1; parallel dazu fanden die Spieltage 32 bis 34 der Ligue 1 zwischen dem 3. und 18. Mai in dichter Folge statt. Der Ligaschlussspurt und die Europapokal-Play-offs gingen nahezu nahtlos ineinander über, wodurch das Zeitfenster für Rotationen extrem eng war.
Für eine Mannschaft, die für hohes Pressing und schnelle Umschaltmomente steht, stellt dieser Back-to-back-Rhythmus aus „Kampf um die Top vier in der Liga plus Europapokal-Entscheidungsspielen“ vor allem Erholungsmanagement und Personalplanung auf die Probe. Pochettini hatte zur Saisonmitte mit einer Serie ohne Niederlage für Stabilität gesorgt, doch ab Mai wurden die Probleme durch sich häufende Verletzungen, durchgehende Stammbesetzungen und mangelnde Kaderbreite verstärkt – die offene 5:4-Niederlage am letzten Spieltag war sowohl taktisches Chaos im offenen Schlagabtausch als auch nachlassende defensive Konzentration am Ende der Kräfte.
Das Fitness-Konto hinter dem Trainerwechsel
Aus Jesses Sicht lässt sich diese Trennung nicht allein mit den vier Worten „Leistung unter den Erwartungen“ zusammenfassen. Die tatsächliche Belastung von Monaco zum Saisonende bedeutete, dass der Trainer mit demselben Stammpersonal kaum gleichzeitig entscheidende Ligapunkte und Europapokal-Play-offs für sich entscheiden konnte. Zehn Spiele ohne Niederlage bewiesen, dass das System Substanz hatte, doch Platz sieben am Ende zeigt: In der dichtesten Phase des Spielplans bildeten Rotationsstrategie, Erholungszyklen und Management mentaler Ermüdung keinen geschlossenen Kreislauf.
Im Vergleich zu Platz fünf, als Pochettini im Oktober übernahm, bis zum finalen siebten Rang scheint der Absturz gering – im Kampf um die Top vier der Ligue 1 bedeutet er jedoch einen kompletten Champions-League-Platz. Dass der Klub unmittelbar nach Saisonende trennte, soll zugleich Raum für den Neuaufbau in der nächsten Saison schaffen – der neue Trainer muss die Vorsaison von Grund auf neu planen, was körperliche Reserven und Rotationssystem angeht, um nicht erneut in die Falle „Anfang der Saison lauffähig, am Ende ohne Beine“ zu tappen.
Was jetzt folgt: Wer übernimmt und wie der Spielplan neu aufgestellt wird
Derzeit hat Monaco noch keinen Nachfolger offiziell benannt. Für potenzielle Kandidaten kommt neben der taktischen Passung vor allem der Druck der Ligue-1-Konkurrenz und die Frage, ob man eine mögliche Rückkehr in die europäischen Wettbewerbe parallel bewältigen kann. Der Sprung von Union Saint-Gilloise nach Monaco hat bereits gezeigt, dass Pocognoli über die nötige Führungsqualität verfügt – am Stade Louis II sind jedoch Kaderbreite und Spielplanmanagement deutlich anspruchsvoller.
Kurzfristig lassen sich drei Punkte beobachten: ob der Klub die Rotation verstärkt, wie das Sommertraining die körperliche Belastung verteilt und ob der neue Trainer vor Saisonbeginn die Personalprioritäten zwischen „Schlüsselspielen in der Liga“ und Europapokal festlegen kann. Für die Fans ist dieser Trainerwechsel Monacos unmittelbare Antwort auf „Siebter Platz und verpasste Champions League“; für die Führungsebene geht es darum, wie man in der dichten Endphase der Saison sicherstellt, dass das Team auch in der letzten Runde noch mit der Intensität um die Top vier mitspielt.