Broos stellt um: Südafrika remisiert gegen Tschechien – im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea

Broos stellt um: Südafrika remisiert gegen Tschechien – im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea

Südafrika spielte in der zweiten Gruppenphase der WM in Gruppe A 1:1 gegen Tschechien und sicherte sich endlich den ersten Punkt bei diesem Turnier. Nach unseren Informationen muss Bafana Bafana im letzten Gruppenspiel am 24. Juni gegen Südkorea gewinnen und ist zudem auf die Ergebnisse der anderen Partien in der Gruppe angewiesen – die Qualifikation liegt damit nicht mehr allein in den eigenen Händen. Doch zumindest half dieses Unentschieden dem Team, den Schatten der desaströsen Niederlage im Auftaktspiel hinter sich zu lassen.

Nach Fünferkette-Experiment: Broos kehrt zur bewährten 4-3-3-Formation zurück

Im Auftaktspiel gegen Mexiko setzte Nationaltrainer Hugo Broos auf eine 5-3-2-Formation, kam dabei auf nur 39 Prozent Ballbesitz und nur drei Torschüsse – die passive Vorstellung sorgte für Kritik von außen. Unsere Datenbank zeigt für jene Partie 335 Pässe der Südafrikaner bei einer Erfolgsquote von 81 Prozent sowie je zwei Gelbe und Rote Karten; taktisch wirkte das Team deutlich defensiv ausgerichtet. Gegen Tschechien in der zweiten Runde griff Broos konsequent auf seine vertrautere 4-3-3-Formation zurück und stellte im Mittelfeld mit Teboho Mokoena, Thalente Mbatha und Jayden Adams drei eher defensiv orientierte Spieler auf – eine leichte Abweichung von der „zwei Verteidiger, ein Organisator“-Konfiguration in der Qualifikation, schließlich fehlte Themba Zwane wegen Sperre, und Relebohile Mofokeng saß zunächst auf der Bank.

Die Umstellung zeigte sofort Wirkung. Obwohl das Team früh in Rückstand geriet, wirkte die Mannschaft insgesamt deutlich flüssiger: Tschechien stand sehr kompakt, Südafrika fand dafür über die Flügel Räume und war sowohl im Ballbesitz als auch im Vorwärtsdrang besser als im Auftakt. Die Halbzeitstatistik wies für Bafana einen Ballbesitz von rund 63 Prozent und fünf Torschüsse aus – allerdings ohne Treffer aufs Tor; die Chancenverwertung blieb damit weiterhin die Schwachstelle.

Wechsel zur Halbzeit: Mofokeng verändert das Spieltempo

Nach der Pause vollzog Broos lediglich drei Wechsel, veränderte damit aber nahezu den Spielverlauf. Er brachte Mofokeng für Adams – im offensiven Mittelfeld sah die Mannschaft sofort mehr Raum; anschließend kam Evidence Makgopa für Iqraam Rayners und bot eine hohe Anspielstation; Kamogelo Sebelebele ersetzte Thapelo Maseko und brachte Tempo auf die Flügel. An den übrigen Positionen setzte Broos weiter auf sein Startelf-Gerüst.

In der zweiten Halbzeit zog sich Tschechien bewusst zurück, während Südafrika voll attackierte: Das Team feuerte insgesamt 12 Schüsse ab, davon 4 aufs Tor, und kreierte eine klare Torchance – ein deutlicher Kontrast zu null Torschüssen in der ersten Halbzeit. Aus Sicht von Training und taktischer Anpassung war das keine bloße Personalrotation, sondern die Schließung der Kette von Ballbesitz zu Torchance – Mofokeng kann den Ball halten und Steilpässe spielen und löst damit genau das Problem des letzten Passes gegen kompakte Abwehrreihen.

Statistik im Vergleich: von passiv zu dominant

Wer beide Gruppenspiele nebeneinanderlegt, erkennt den Trend sofort. Beim Auftakt gegen Mexiko unter dem 5-3-2-System kamen nur einstellige Schusszahlen zusammen, der Ballbesitz lag unter 40 Prozent; in der zweiten Partie im 4-3-3 dominierte Südafrika lange Phasen, fehlte zeitweise zwar die Abschlussqualität, doch der Spielinhalt rechtfertigte den einen Punkt. Auch die technischen Statistiken auf der Plattform bestätigen das: Südafrika hat bei einer WM-Partie bereits 17 Schüsse, 62 Prozent Ballbesitz und 90 Prozent Passquote vorzuweisen – die Mannschaft ist durchaus fähig, ein Spiel zu kontrollieren; entscheidend ist, ob Formation und Personal die offensive Absicht freisetzen.

Das Problem bleibt, dass die Tabellensituation weiter kritisch ist: Im letzten Gruppenspiel der Gruppe A muss Südafrika Südkorea schlagen, ein Remis könnte nicht reichen. Erschwerend kommt hinzu, dass gleichzeitig eine Personalkrise tobt – Mokoena fehlt wegen Gelbsperre, Zwane droht nach der Roten Karte gegen Mexiko eine Drei-Spiele-Sperre, und der Verband SAFA legt Einspruch ein, sodass auf eine baldige Rückkehr der „alten Kernspieler“ kaum zu hoffen ist. Die Lösung ist nicht kompliziert: Mofokeng muss beinahe zwingend in der Startelf die Rolle des Spielmachers übernehmen, und die Joker-Qualitäten von Makgopa und Sebelebele geben Broos auch im Hochdruck-Tempo eines K.-o.-Turniers weiter Spielraum für Feintuning an der Offensive.

Finale im Blick: Neben dem Sieg zählt auch die Tordifferenz

Laut dem aktuellen FIFA-Ranking steht Südafrika auf Platz 60 bei 1429,73 Punkten – unverändert gegenüber der Vorschau. In der laufenden WM-Qualifikationsphase lieferte die Mannschaft wiederholt 0:0 ab: Defensive Stabilität ist vorhanden, doch auf der WM-Bühne muss Ballbesitz letztlich in Tore münden. Im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea muss Südafrika deutlich schärferes Offensivspiel als in diesem Match zeigen und parallel die Ergebnisse von Mexiko und Tschechien in derselben Gruppe im Blick behalten – Tordifferenz und direkter Vergleich können über alles entscheiden.

Für uns liegt der Wert dieses Unentschiedens nicht darin, „schon durch“ zu sein, sondern darin, dass Broos’ taktische Anpassungen aufgehen: Mit dem Rückzug auf 4-3-3 und der Einwechslung von Mofokeng zur Pause fand Südafrika wieder die Intensität zurück, die den Bafana Bafana zusteht. Am 24. Juni gegen Südkorea wird sich zeigen, ob dieses Konzept auch den Druck der K.-o.-Phase standhält.

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