Niederlande demütigen Schweden mit 5:1 – Gakpo trifft doppelt

Niederlande demütigen Schweden mit 5:1 – Gakpo trifft doppelt

Bei der Spitzenpartie der Gruppe F bei der WM 2026 im NRG Stadium in Houston besiegten die Niederlande Schweden deutlich mit 5:1. Gakpo erzielte zwei Tore, bereitete eines vor und wurde zum Spieler des Spiels gewählt. Kormans Oranje traf bereits nach fünf Minuten, führten innerhalb von 17 Minuten mit zwei Toren und legten nach dem Seitenwechsel noch einmal nach, wodurch die Spannung endgültig aus dem Spiel genommen wurde.

Schon der Auftakt gab den Ton an: Die ersten 17 Minuten änderten den Spielverlauf

Bereits in den ersten fünf Minuten zeigten die Niederlande mit einem schnellen Angriff über die linke Seite ihre Stärke – Gakpo flankte von der Grundlinie, Brian Brobbey schob aus kurzer Distanz ein, 1:0. Schweden versuchte weiterhin, mit der 3-1-4-2-Formation Stand zu halten, doch das Pressing der Oranje und das Wechselspiel mit langen Bällen brachte erneut Gefahr: In der 17. Minute stürmte Denzel Dumfries über die rechte Seite nach vorne und spielte einen flachen Querpass, Brobbey war wieder zur Stelle, 2:0.

Die Halbzeitstatistik spiegelt den Spielstand nahezu wider. Niederlande hatten 59 % Ballbesitz, kreierten zwei klare Torchancen und nutzten beide; 28 Vorstöße ins gegnerische Drittel – deutlich mehr als die 13 von Schweden. Schiedsrichter Michael Oliver ließ das Spiel durchgehend locker laufen, in der ersten Halbzeit fiel keine Gelbe Karte, und das Tempo diktierte ausschließlich Kormans Elf. Die Erfolgsquote bei langen Pässen lag in der ersten Halbzeit bei 65 % und riss Lücken in Schwedens Dreierkette in der Abwehr.

Statistiken, die für sich sprechen: Effizienzüberlegenheit und Torhüter-Kontrast

Das Endresultat von 5:1 war kein Zufall. Beim Expected Goals (xG) lagen die Niederlande mit 2,47 vor Schwedens 0,98; bei klaren Torchancen 3:1, wobei Oranje alle drei verwertete, Schweden nur einmal. Schweden feuerte 16 Schüsse ab, die Niederlande nur 10, doch mit 7 zu 8 Schüssen aufs Tor und 5 zu 1 Toren verdeutlicht die Effizienzlücke, dass die Qualität der Chancen auf völlig unterschiedlichen Niveaus lag.

Die Torhüter-Linie bildete einen weiteren deutlichen Kontrast. Bart Verbruggen parierte sieben Schüsse und ließ laut der Kennzahl Expected Goals on Target (xGOT) 0,73 Tore weniger zu als erwartet, darunter vier entscheidende Paraden; Kristoffer Nordfeldt kam nur auf zwei Paraden, mit einem negativen xGOT-Wert von minus 0,84. Vorwärtspenetrationen: 47 zu 36 – Schweden musste tiefer stehen. Trotz einer höheren Dribbling-Erfolgsquote (58 % zu 21 %) und leichtem Vorteil in den Zweikämpfen verwandelte die Niederlande ihre begrenzten Chancen vollständig in Tore.

Gakpo: Eine Nacht vom Angezweifelten zum Maßstab

Der größte Gewinner dieses Spiels war zweifelsohne Gakpo. Fünf Schüsse, davon vier aufs Tor, xG von 1,12 und xGOT von 1,68 – seine Bilanz aus zwei Toren und einer Vorlage plus einer Gesamtnote von 9,7 machten ihn zum vollständigen Musterbeispiel für Angriffe über die Flügel. 48 Ballkontakte, davon 13 von 20 Pässen in der gegnerischen Hälfte; je einmal entscheidende Vorlagen und klare Torchancen kreiert. Statt blind zu flankieren, zog er öfter in die Halbräume ein – nur eine von fünf Flanken gelang, doch direktere Durchbrüche über die Zwischenräume rissen die schwedische Abwehr fortwährend auf.

Für Gakpo hatte dieses Spiel auch eine kulturelle Dimension. Bei der WM vor vier Jahren war er bereits ein Durchbruchsstar, bei der EM 2024 sicherte er sich mit drei Toren den Goldenen Schuh; auf Vereinsebene blieben seine Zahlen in dieser Saison überschaubar, im Auftakt gegen Japan traf er nicht, und von außen war die Kritik groß. Doch im Nationalteam hat er bei großen Turnieren insgesamt sechs Tore und drei Vorlagen gesammelt – in diesem Spiel kehrte sein vertrauter „Turniermodus“ zurück: Von zehn Zweikämpfen gewann er die meisten, seine Ballkontakte im Strafraum und die Entscheidungen bei der letzten Vorlage stimmten gleichermaßen. Vor dem Anpfiff hatte er betont, dass alle drei Punkte her müssten und man „Wege finden müsse, mehr Chancen zu kreieren“; in dieser Nacht in Houston erfüllte er seine Rolle als offensive Schlüsselfigur.

Gruppe F: Gruppenszenario jenseits des Kantersiegs

Vor diesem Spiel brodelte es in Gruppe F wegen der neuen Tiebreaker-Regeln: Bei Punktgleichheit zählt zuerst der Direktvergleich, nicht die Tordifferenz. Die Analyse vor dem Spiel wies darauf hin, dass Schweden bei einem Sieg und einer japanischen Niederlage theoretisch den Gruppenersten vorzeitig festigen könnte. Graham Potter betonte vor Anpfiff ebenfalls, dass „jetzt nicht die Zeit zum Träumen“ sei – die Mannschaft müsse sich nach dem mühsamen Weg über die Play-offs weiterentwickeln. Doch das 5:1 in Houston schrieb diesen Weg zugunsten der Niederlande vollständig um.

Die Lage in Gruppe F hat sich neu geordnet: Die Niederlande beantworteten den Qualifikationsdruck mit einem deutlichen Sieg mit vier Toren Vorsprung, Japans und Tunisiens künftige Ergebnisse werden weiterhin die Endtabelle beeinflussen, doch das Oranje ist dank direktem Vergleich und Tordifferenz zurück im Rennen um den Gruppensieg. Koeman erwähnte vor dem Spiel seine alte Verbindung zu Schweden – die Geschichte aus dem Jahr 2012 bei Feyenoord, als Guidetti beim Abziehen seines Trikots zwei Gelbe und damit Rot sah; heute scherzt der Trainer, er habe „längst vergeben“. Sportlich scheint er vor allem zufrieden damit zu sein, dass seine Spieler die Emotionen in eine schlagkräftige Leistung gleich nach Anpfiff umgemünzt haben.

Ausblick

Laut unserer Datenbank stehen die Niederlande derzeit auf FIFA-Rang 7 mit 1757,87 Punkten, Schweden auf Platz 38 und kürzlich vier Plätze aufgestiegen. In diesem Spiel traten die Niederlande im 4-3-3 gegen Schweden im 3-1-4-2 an: Ballbesitz 51 % zu 49 %, Ecken 2 zu 5, Fouls 9 zu 12 – Ballbesitz allein reicht nicht, doch Chancenverwertung und Torhüterleistungen machten den Unterschied aus. Im letzten Gruppenspiel trifft Schweden noch auf Tunesien, während die Niederlande vor allem das direkte Duell mit Japan und weiteren Gegnern im Blick behalten müssen; setzt Gakpo seine Form aus Houston fort, verändern sich für das Oranje sowohl die Aussichten auf den Gruppenabschluss als auch die Setzplatzierung im K.-o.-System deutlich.

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