Argentinien besiegte Honduras vor WM-Start mit 2:0 und absolvierte ein weiteres wichtiges Testspiel auf dem Weg zur Titelverteidigung. Lautaro Martínez erzielte per Elfmeter die Führung, Giuliano Simeone erhöhte nach der Pause, und Scaloni nutzte einen kontrollierten Sieg, um die Mannschaft weiter auf die Partien gegen Island in der kommenden Woche sowie das WM-Eröffnungsspiel gegen Algerien in zehn Tagen einzustimmen.
Der Rhythmus der Titelverteidiger vor dem Turnier
Als Titelverteidiger der letzten WM und Copa América dominierte Argentinien das Spiel weiterhin mit aggressivem Ballbesitzfußball. 20 Torschüsse, 8 davon aufs Tor, 72 Prozent Ballbesitz, 773 Pässe mit 95 Prozent Erfolgsquote und 6 Eckbälle – statistisch drückte die Mannschaft den Gegner fast vollständig in die eigene Hälfte. Laut der aktuellen FIFA-Weltrangliste liegt die Albiceleste weiterhin auf Platz drei der Welt mit 1874,81 Punkten, nur minimal um einen Rang gegenüber der vorigen Periode gesunken – die Ambitionen auf den Titel sind ungebrochen.
Erste Halbzeit: Elfmeter setzt den Ton, Torhüter pariert mehrfach in brenzligen Situationen
In der 7. Minute zwang Giuliano Simeone den honduranischen Torhüter Edrick Mengiwar zu einer Flugparade, lieferte anschließend eine Flanke, und Lautaros Kopfball wurde erneut auf der Torlinie geklärt. Honduras konterte kurz, doch Edwin Rodríguezs Fernschuss ging nicht unter die Latte.
Gegen Ende der ersten Halbzeit steigerte sich das Tempo deutlich. Giovanni Lo Celsos Freistoß traf die Latte, Christopher Meléndez und Nicolás Tagliafico kollidierten im Zweikampf um den Abpraller, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Lautaro schoss platziert in den Winkel und eröffnete die Partie für Argentinien. Kurz vor der Pause parierte Mengiwar erneut glänzend und wehrte Simeones Hackentor nach Lo Celsos Querpass ab – der Stand blieb bei 1:0.
Simeone: Von der Vorarbeit zum Tor
Betrachtet man dieses Testspiel als Einzelporträt, ist Giuliano Simeone praktisch die vollständigste Geschichte des Abends. In der ersten Halbzeit setzte er zunächst Akzente, spielte dann Lautaro frei, und in der zweiten Hälfte nahm er einen Steilpass von Thiago Almada entgegen, legte nach dem Rücken zum Gegner per Hacken ab und traf selbst. Diese Entwicklung – „erst verbinden, dann abschließen“ – ist genau die Trajektorie eines zweiten offensiven Fixpunkts, die Scaloni sehen will: Am Ende der Messi-Ära braucht Argentinien mehr Spieler, die in hochintensiven Partien das Tempo verändern können.
<h2>Nach dem Seitenwechsel: Sieg in neun Minuten festgemacht</h2>\n
Nur neun Minuten nach dem Wiederanpfiff war Lautaro erneut das Schlüsselelement: Er startete einen Gegenlauf, nahm Almadas Steilpass an, legte mit der Ferse per Hacken ab, Simeone folgte nach und schob zum 2:0 ein. Honduras zog sich danach vollständig in die Defensive zurück, eingewechselter Facundo Medina verpasste per Kopf knapp den nächsten Treffer – erst Denil Maldonados Rettung auf der Torlinie verhinderte, dass der Rückstand kleiner wurde.
Nach zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten verlangsamte sich das Spiel deutlich. Ersatzkeeper Luis Ortiz parierte Thomas Arandas Fernschuss, Cristian Romeros anschließender Kopfball nach einer Ecke ging vorbei, Argentinien konnte den Vorsprung nicht weiter ausbauen – der Sieg war aber bereits sicher.
Medienperspektive: Warum ein „kontrollierter Sieg“ wichtig ist
Aus medialer Sicht sind derartige WM-Vorbereitungsspiele nicht nur ein Punktespiel. Honduras bot begrenzte Intensität, doch Argentinien wollte vor allem überprüfen: Lautaros Abschlussstärke bei Elfmeter und aus dem Spiel heraus, die Verbindung zwischen Simeone und Almada sowie die Form rotierender Verteidiger wie Tagliafico und Romero. Flashscore kürte Simeone zum Spieler des Spiels – ein Hinweis darauf, dass die mediale Erzählung sich von „Startet Messi?“ hin zu „Wer kann neben Messi die Entscheidungen übernehmen?“ verschoben hat.
Anstehende Spiele und Beobachtungspunkte
Die Mannschaft von Scaloni trifft am Dienstag auf Island und bestreitet damit das letzte Testspiel vor dem WM-Auftakt; rund zehn Tage später startet Argentinien mit dem ersten Gruppenspiel gegen Algerien. Für die Fans sind vor allem drei Dinge entscheidend: ob Lautaro seine Elfmeter-Sicherheit und seinen Torinstinkt fortsetzen kann, ob Simeone seinen Auftritt in die Rolle des Turnier-Jokers von der Bank umsetzen kann, und ob die rotierende Abwehr auch gegen stärkere Gegner ihre Disziplin wahren kann, bei 72 Prozent Ballbesitz ohne Gegentor zu bleiben.