Nuno Pereira hat bestätigt, dass seine Amtszeit als Cheftrainer von Nottingham Forest beendet ist, und äußerte sich öffentlich, noch bevor der Klub eine offizielle Stellungnahme zu dieser Entscheidung abgab.
Der portugiesische Trainer sagte, die Entscheidung sei ohne Vorwarnung erfolgt und bezeichnete sie als völlige Überraschung, betonte jedoch, dass er das Recht des Vereins respektiert, für die Zukunft eine andere Richtung einzuschlagen.
Wie sich die Trennung abspielte
Pereira unterzeichnete im Februar einen 18-monatigen Vertrag am City Ground und übernahm während einer kritischen Phase der Saison. Sein Vertrag enthielt eine Ausstiegsklausel für Juni, und es wird verstanden, dass Forest ihm mitteilte, dass man in eine andere Richtung gehen wolle.
Das Timing ist entscheidend. Mit einer neuen Saison vor der Tür und europäischen Verpflichtungen, die weiterhin im Kalender stehen, kann ein Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt die Planungen bezüglich Kader, Personalstruktur und Vorsaison-Zeitplan beeinflussen. Derzeit stammt die klarste öffentliche Darlegung zum Abschied von Pereira selbst und nicht von einer offiziellen Vereinsmitteilung.
Pereiras Statement im vollständigen Kontext
In seiner Erklärung sagte Pereira: „Heute endet meine Zeit als Cheftrainer von Nottingham Forest.“
Er dankte allen, die mit dem Klub verbunden sind, und fügte hinzu, dass die Entscheidung zwar völlig überraschend und ohne Vorwarnung gekommen sei, er jedoch Forests Recht voll und ganz respektiere, Entscheidungen zu treffen, von denen der Klub glaubt, dass sie das Beste für seine Zukunft seien.
Der 57-Jährige räumte zudem Enttäuschung ein und sagte, dass er wirklich an das geglaubt habe, was die Mannschaft gemeinsam aufbaute. Er verwies auf ein denkwürdiges Saisonende, hob den Erhalt des Premier-League-Status hervor und nannte den Einzug ins Halbfinale der Europa League.
Pereira betonte die Spielerentwicklung als eines seiner stolzesten Ergebnisse und merkte an, dass er eine Gruppe wachsen sah – im Selbstvertrauen, im Glauben und im Zusammenhalt. Er schloss damit, dass er ohne Bitterkeit geht, sondern nur mit Respekt, Dankbarkeit und starken Erinnerungen.
Was er in kurzer Zeit erreichte
Die Zahlen unterstreichen, wie kurz seine Zeit bei Forest war. Pereira gewann acht seiner 20 Spiele als Trainer und half dabei, eine fünfte Premier-League-Saison in Folge für einen Verein mit großer europäischer Geschichte zu sichern.
Diese Bilanz steht im Kontext eines breiteren Trainerprofils. In der Saison vor seiner Verpflichtung bei Forest half er außerdem, die Wolves in der Premier League zu halten. Klassenerhalt und Pokalläufe kommen selten isoliert zustande; sie spiegeln in der Regel eine verbesserte Organisation, klarere Spielpläne und eine Mannschaft wider, die unter Druck reagiert.
Forests Lauf bis ins Halbfinale der Europa League war der herausragende Erfolg unter Pereira. Nach einer turbulenten Saison dieses Stadium zu erreichen, deutete darauf hin, dass die Mannschaft auf mehreren Fronten mithalten konnte, selbst während sie um den Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse kämpfte.
Warum der Zeitpunkt Fragen aufwirft
Abgänge, die über eine persönliche Erklärung des Trainers und nicht über eine abgestimmte Mitteilung des Vereins bekannt gegeben werden, wecken oft Unsicherheit über den Ablauf hinter der Entscheidung. Pereiras Formulierungen – Überraschung, fehlende Vorwarnung, Enttäuschung – deuten darauf hin, dass sein Abschied ihm nicht als gemeinsam getragene Entscheidung präsentiert wurde.
Forest lehnte es ab, auf eine Anfrage zu antworten, wodurch sowohl für die Fans als auch für die Spieler mehrere praktische Fragen offen bleiben. Wer wird das Training leiten? Wie werden Kaderplanung und taktische Vorbereitung weitergehen? Und wie schnell kann der Verein die Kommunikation über seinen nächsten Schritt wieder konsolidieren?
Das sind keine abstrakten Bedenken. Ein Trainerwechsel so kurz vor Beginn einer neuen Saison kann die Mannschaftsmoral, die Kontinuität im Betreuerstab und die Klarheit der Spielidentität auf dem Platz beeinträchtigen, bevor der Wettkampfbetrieb wieder aufgenommen wird.
Die Glasner-Verbindung und was folgen könnte
Medienberichten zufolge könnte Oliver Glasner bereitstehen, beim City Ground die Nachfolge anzutreten, nachdem er am Ende der vergangenen Saison den Premier-League-Rivalen Crystal Palace verlassen hat.
Glasner kommt mit frischen Titelerfolgen im Rücken ins Gespräch. In der Saison 2024/25 gewann er mit Palace den FA Cup und holte ein Jahr später den Titel in der Europa Conference League. Dieses Profil passt zu einem Verein, der nach dem emotionalen Saisonabschluss unmittelbar wieder Glaubwürdigkeit gewinnen will.
Von Forest wurde zu einem Nachfolger noch nichts bestätigt, und in Pereiras Stellungnahme blieb offen, wer ihn ersetzen könnte. Dennoch deutet das gemeldete Interesse an Glasner auf eine mögliche Neuausrichtung hin – hin zu einem Trainer mit nachgewiesener Titelerfahrung, während Forest das Klassenerhalten mit den europäischen Erwartungen vereinen muss.
Unmittelbare Auswirkungen auf Forests Kurs
Für die Anhänger ist der emotionale Kontrast groß. Pereira begründete seinen Abschied mit dem Stolz auf den Klassenerhalt, einem weiten Europapokal-Weg und dem sichtbaren Fortschritt der Spieler. Der Klub hingegen hat sich bislang öffentlich nicht geäußert, während er Berichten zufolge vertragliche Flexibilität nutzt, um Kurs zu ändern.
Die nächste Trainerernennung wird darüber entscheiden, wie sich diese beiden Erzählungen verbinden. Eine schnelle, entschiedene Personalentscheidung könnte Stabilität zurückbringen. Eine langwierige Suche könnte Spieler und Mitarbeiter in der Schwebe lassen – in einer Phase, in der Klarheit normalerweise am wichtigsten ist.
Was heute klar ist, ist, dass Pereiras Kapitel bei Forest zu Ende ist. Was weiterhin ungewiss bleibt, ist, wie der Klub auf dem von ihm beanspruchten Fortschritt aufbauen wird – und ob die gemeldete Annäherung an Glasner der offizielle nächste Schritt am City Ground wird.