Man City könnte im Sommer 100-Millionen-Euro-Duo abgeben

Man City könnte im Sommer 100-Millionen-Euro-Duo abgeben

Manchester City dürfte im anstehenden Sommertransferfenster kaum zur Ruhe kommen. Laut Football Insider mit Verweis auf mehrere Quellen könnte der Klub gleichzeitig zwei Neuzugänge aus dem vergangenen Jahr verlieren, die zusammen rund 105,5 Millionen Pfund kosteten – den Stürmer Marmoush und den Mittelfeldspieler Reijnders. Vor dem Hintergrund einer insgesamt enttäuschenden Saison 2025/26 und des Rückschlags im Meisterschaftsrennen muss Pep Guardiola einerseits Kräfte für das FA-Cup-Finale schonen, andererseits bereits den Weg für personelle Wechsel im Sommer ebnen.

Für Manchester City geht es dabei nicht um das simple Prinzip „Spieler verkaufen und Geld reinholen“. Beide Spieler stehen noch unter langfristigen Verträgen, konnten unter Guardiola jedoch nie eine feste Stammplatzgarantie erlangen; wenn Einsatzzeiten und taktische Rolle dauerhaft nicht zusammenpassen, spitzt sich die Spannung zwischen den Wünschen der Spieler und der Personalplanung des Klubs im Sommertransferfenster oft zu Abgangsspekulationen zu. Football-Insider-Reporter Pete O'Rourke sagte unmissverständlich, Marmoush „könnte aktiv einen Transfer fordern“, um stabilere Startelf-Chancen zu bekommen.

Marmoush: Startelf-Dilemma im Schatten der Neun

Seit seinem Wechsel ins Etihad Stadium hören die Gerüchte um einen Abgang von Marmoush praktisch nie auf. O'Rourke analysiert, dass es unter Guardiola mit zu vielen Optionen ohnehin schwer sei, als Stürmer in die reguläre Startelf zu kommen; durch die Verpflichtung von Semenyo verschärft sich der Wettbewerb in der Offensive zusätzlich. Marmoush kam in der Premier League lediglich zu sieben Starts – deutlich weniger, als es seiner Vorstellung von der eigenen Rolle entspricht.

“Größtenteils hängt es von Marmoushs eigenem Willen ab – besteht er darauf, dauerhaft auf Top-Niveau zu spielen, könnte das seinen Abschied von Manchester City vorantreiben.” So bewertet O’Rourke. Realistischer ist das Positionsproblem: Haaland ist unbestritten die Nummer eins auf der Neuner, Marmoush dürfte in seiner bevorzugten Rolle als Mittelstürmer kaum genug Spielzeit bekommen. Interne Daten zeigen, dass Marmoush in dieser Premier-League-Saison 21 Einsätze mit insgesamt 734 Minuten absolviert hat, drei Tore und drei Vorlagen beisteuerte, eine Bewertung von 6,7, 21 Schüsse davon neun aufs Tor; die Zahlen sind nicht schlecht, doch seine Rolle als Ersatzspieler ohne einen einzigen Start in der Startelf passt nicht zur Ablösesumme und seinen persönlichen Erwartungen.

Aus Sicht des Trainerstabs liegt das Problem bei solchen Spielern nicht an mangelnden Fähigkeiten, sondern an der begrenzten Kapazität des Systems. Guardiola vertraut in entscheidenden Phasen traditionell auf einen festen Kern im Rotationssystem, Neuzugänge brauchen länger, um unter Hochdruck dem taktischen Tempo gerecht zu werden. Wartet Marmoush weiter, muss er möglicherweise bis in die dritte Saison warten, bis sich ein echtes Fenster öffnet; entscheidet er sich zu diesem Zeitpunkt für einen Wechsel, ist das ebenfalls eine vertretbare Option für die Karriereplanung.

Reijnders: Taktisches Tempo passt nicht in Guardiolas Konzept

Ähnlich und doch anders ist der Fall des niederländischen Mittelfeldspielers Reijnders, der erst im vergangenen Sommer gekommen ist. Ein weiterer Bericht von Football Insider spricht davon, dass er „einem Abgang nahe“ sei; der frühere Everton-CEO Keith Wyness gab bekannt, er habe gehört, Reijnders könnte in die Serie A zurückkehren – der Spieler war zuvor beim AC Milan aktiv, Gerüchte über Kontakte zu mehreren italienischen Klubs sind bereits im Umlauf.

„Reijnders hat Guardiola nicht so überzeugen können, wie er es selbst erhofft hatte“, erklärt Wyness. „Vielleicht empfand Pep, dass seine Laufgeschwindigkeit im Mittelfeld etwas unter den Erwartungen lag. Bei Manchester City findet der Klub immer einen Weg, dich gehen zu lassen, wenn Guardiola mit dir unzufrieden ist – selbst wenn du einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hast.“ Diese Einschätzung trifft den Kern des Manchesterschen Personalmodells: taktische Passung hat Vorrang vor der Vertragslaufzeit, und auch hoch bezahlte Neuzugänge genießen keine Ausnahme.

Für Reijnders wäre eine Rückkehr in die Serie A möglicherweise kein Rückschritt, sondern die Chance, seinen Spielrhythmus neu zu finden. Die Anforderungen an das Lesen des Spiels und die Positionierung im Mittelfeld in der Serie A unterscheiden sich von den schnellen Umschaltmomenten der Premier League; wenn er im System von Manchester City nicht durchgehend spielt und so sein Selbstvertrauen aufbauen kann, wäre ein Wechsel der Liga kein Scheitern, sondern eher eine Korrektur seines Karrierewegs.

Sommer-Transferfenster: Titel in der Hand, Personalwechsel bleibt nötig

Das Problem beschränkt sich nicht auf die beiden Neuzugänge. Manchester City hat im Kampf um die Meisterschaft der Saison 2025/26 am Wochenende erneut einen Rückschlag erlitten, hat aber den Ligapokal bereits gewonnen und trifft dieses Wochenende auf Chelsea im Finale um den FA Cup – am Saisonende sind also noch mehrere Titel zu holen. Kurzfristige sportliche Erfolge können jedoch die strukturellen Widersprüche beim Aufbau des Kaders nicht automatisch ausgleichen: Vorne stützt Haaland die Offensive, mit Semenyo hat sich der Wettbewerb verschärft, im Mittelfeld braucht es Spielertypen, die besser zu hohem Pressing und schnellem Passspiel passen.

Deshür ist es keine Überraschung, dass der Klub im Sommer „mehrere Spieler abgeben will, um Mittel freizumachen“. Guardiolas Team vollzieht traditionell nach erfolgreichen Zyklen eine partielle Erneuerung; wenn Investitionen in der Größenordnung von 105,5 Millionen Pfund innerhalb einer Saison nicht in stabile Leistungen der Stammspieler münden, haben Verein und Spieler gleichermaßen ein Interesse, die Zukunft neu zu verhandeln. Für die Führung von Manchester City wird die eigentliche Aufgabe dieses Sommers darin bestehen, Sturm und Mittelfeld zu optimieren, ohne dabei Kernspieler zu verkaufen.

Weitere Beobachtungspunkte

Ob Marmoush tatsächlich aktiv einen Wechsel vorantreiben wird, hängt davon ab, ob er bereit ist, weiterhin hinter Haaland nur eine rotierende Rolle zu übernehmen; ob Reijnders’ Rückkehr in die Serie A Realität wird, hängt wiederum davon ab, ob Klubs der Serie A bereit sind, sein Gehalt und die Transferkonditionen zu tragen. Guardiola wird sich öffentlich nicht zu konkreten Abgängen äußern, doch bleiben beide Spieler während der gesamten Vorbereitung außerhalb des Stammkaders, steigt die Wechselwahrscheinlichkeit nur weiter. Für alle, die die Sommertransfers von Manchester City verfolgen, ist das Bleiben oder Gehen dieses 105,5-Millionen-Pfund-Duos der erste Prüfstein für die Logik beim Neuaufbau des Kaders.

LATEST