Der OSC Lille hat heute offiziell Davide Ancelotti zum Cheftrainer der ersten Mannschaft ernannt. Der italienische Coach unterzeichnete einen Zweijahresvertrag mit dem Klub. Der 36-Jährige ist der Sohn von Carlo Ancelotti, dem derzeitigen Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft, und beginnt damit ein neues Kapitel in seiner Trainerkarriere.
Details zur Ankündigung
In der Klubmitteilung heißt es, dass Davide Ancelotti als Cheftrainer der ersten Mannschaft Lille übernehmen wird. Der italienische Coach, der bei mehreren Topklubs Erfahrung gesammelt hat, übernimmt erstmals eigenständig ein Team in der Ligue 1. Der Zweijahresvertrag gibt dem Klub ein relativ ausreichendes Zeitfenster für den Kaderaufbau und die taktische Neuausrichtung.
Werdegang und das Etikett „Ancelottis Sohn“
Davide begann 2016 seine Trainerkarriere und arbeitete seither lange an der Seite seines Vaters Carlo Ancelotti – bei Napoli, Bayern München, Everton und Real Madrid; all das steht in seinem Lebenslauf. 2025 stieß er zum Trainerteam der brasilianischen Nationalmannschaft als Assistent seines Vaters und ist dort bis heute tätig.
Als eigenständiger Cheftrainer hatte er im vergangenen Jahr Botafogo in der brasilianischen Serie A für rund fünf Monate übernommen. Nun übernimmt er zum zweiten Mal eigenständig ein Team – und zwar direkt in der Ligue 1, was den Druck und das Medieninteresse deutlich erhöhen dürfte.
Lilles aktuelle Lage: Hintergrund des Trainerwechsels
Aus den jüngsten Ergebnissen geht hervor, dass Lille in der Schlussphase der Ligue-1-Saison 2025/26 schwankte: ein 4:0-Auswärtssieg in Spieltag 29, ein 0:0 zu Hause in Spieltag 30, jeweils 1:0-Siege in den Spieltagen 31 und 33, ein 1:1 in Spieltag 32 und eine 0:2-Heimniederlage in Spieltag 34. Insgesamt war es kein Kollaps, doch die Niederlage am letzten Spieltag offenbarte mangelnde Stabilität zum Saisonabschluss.
Der neue Trainer wird seine Arbeit in der Decathlon Arena – Stade Pierre-Mauroy (Kapazität: 50.083) aufnehmen. Vor dem neuen Saisonstart muss das Team seine taktische Ausrichtung und Personalplanung klären – insbesondere das Gleichgewicht zwischen Offensiveffizienz und Umschaltspiel in der Defensive.
Im Fokus: Kann er aus dem Schatten treten?
Die Frage ist eindeutig: Davide Ancelottis Bekanntheit beruht weitgehend auf dem Ruhm seines Vaters, Lille sucht jedoch einen Cheftrainer, der in der Ligue 1 eigenständig Erfolge vorweisen kann. Die fünf Monate bei Botafogo bieten eine zu knappe Datengrundlage, der Zweijahresvertrag in der Ligue 1 wird die eigentliche Bewährungsprobe.
Positiv ist, dass er langjährig in den Assistenztrainer-Strukturen von Topklubs und Nationalteams verwurzelt ist und mit Spieltempo-Kontrolle sowie taktischen Anpassungen im laufenden Spiel vertraut ist. Gelingt es ihm, die typische Ancelotti-Stabilität mit den Stärken des aktuellen Lille-Kaders zu verbinden, hat das Team weiter Chancen, in der Ligue 1 im oberen Tabellenmittelfeld zu bestehen.
Es lohnt sich, drei Dinge im Blick zu behalten: ob die Sommerzugänge zur Taktik passen, das Gerüst der Startelf in der Vorbereitung und ob er seine Funktion als Co-Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft beibehält – eine Doppelbelastung wäre zu Saisonbeginn eine echte Herausforderung bei der Energieverteilung.